Asylprozess-Phase 1

Asylprozess

Phase 1: Antrag stellen

Wo und wann findet der Termin statt?

Um den Antrag zu stellen, bekommst du einen Termin beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Der Termin kann in einer Außenstelle des Bundesamtes oder einem Ankunftszentrum stattfinden. Wichtig: Dafür musst du persönlich vor Ort sein. Manchmal dauert es leider etwas länger, bis du einen Termin bekommst, dann musst du dich ein wenig gedulden.

Wie läuft der Termin ab?

Beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge werden deine persönlichen Daten erfasst, falls dies nicht bereits geschehen ist. Nach diesen Informationen wird dabei gefragt:
  • Personalien (Wie heißen Sie?)
  • Wohnort (Woher kommen Sie?)
  • Schul- und Ausbildung (Was haben Sie gelernt?)
  • Familienangehörige in der Heimat (Haben Sie noch Verwandte zu Hause?)
  • Sprachkenntnisse (Welche Sprachen sprechen Sie?)
  • Reiseweg (Wie sind Sie nach Deutschland gekommen?)
Deine Angaben werden mit vorhandenen Daten verglichen, um zu überprüfen, ob es sich um einen Erstantrag handelt, der auch in Deutschland bearbeitet werden sollte. Außerdem wirst du fotografiert und es werden deine Fingerabdrücke genommen. Bei Bedarf ist ein Dolmetscher oder eine Dolmetscherin bei dem Termin dabei.

Wie kannst du dich auf den Termin vorbereiten?

Zunächst einmal musst du zur Antragstellung folgende Unterlagen mitbringen:
  • Ausweisdokumente (BÜMA-Bescheinigung über Meldung als Asylbewerber oder Ankunftsnachweis)
  • Brief des Bundesamtes mit der Einladung zum Termin
  • Falls vorhanden: Ausweis, Pass, Geburtsurkunde, Reiseunterlagen, Fahrscheine
  • Falls vorhanden: sonstige Schriftstücke, Fotos, Dokumente aus deinem Heimatland (zum Beispiel deinen Nationalpass, aber auch Geburtsurkunden oder Führerscheine)
Grundsätzlich hast Du die Pflicht, deine Identität nachzuweisen. Deshalb ist es auch wichtig, dass du zur Antragstellung alle Dokumente mitbringst, die für deinen Antrag wichtig sein könnten. Bringe alle Unterlagen mit, die belegen können, warum du aus deinem Heimatland fliehen musstest. Das können Fotos sein, Schriftstücke von der Polizei oder anderen Behörden, ärztliche Atteste und ähnliches. Bringe am besten alles mit, das hilfreich sein könnte, auch wenn du dir nicht ganz sicher bist. Solltest du keine Papiere, wie Nationalpass, Geburtsurkunde, Führerschein oder ähnliches besitzen, wird gegebenenfalls durch eine Sprachanalyse ermittelt, woher du stammst. 

Was passiert nach dem Termin?

Nachdem der Antrag gestellt worden ist, erhältst du eine Bescheinigung über die Aufenthaltsgestattung. Dieses Dokument weist dich als Asylantragstellenden aus und belegt, dass du dich rechtmäßig in Deutschland aufhältst. Dieses Ausweisdokument solltest du immer bei dir tragen und bei Kontrollen der Polizei vorlegen! Die Aufenthaltsgestattung berechtigt dich bis zur Entscheidung über den Asylantrag in Deutschland zu bleiben und unter bestimmten Bedingungen zu arbeiten.

Wichtig: Deine Aufenthaltsgestattung ist räumlich und auf den Bezirk beschränkt, in dem sich die zuständige Aufnahmeeinrichtung befindet. Du darfst dich zunächst nur in diesem Gebiet aufhalten und benötigst eine Erlaubnis, wenn du das Gebiet vorübergehend verlassen möchtest. Bei guter Bleibeperspektive entfällt diese sogenannte Residenzpflicht nach drei Monaten. Der Aufenthaltsbereich wird dann auch das Bundesgebiet ausgeweitet.

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