Bildungssystem Deutschland

Das Bildungssystem in Deutschland

SCHULPFLICHT

In Deutschland sind alle Kinder schulpflichtig

Die Schulpflicht in Deutschland ist eine gesetzliche Regelung, die ab einem bestimmten Alter Kinder und Jugendliche dazu verpflichtet, eine Schule zu besuchen. Das heißt zunächst einmal: Alle Kinder müssen in Deutschland in die Schule gehen. Die Schule beginnt nach dem Kindergarten mit dem sogenannten Primärbereich und dauert bis zu einem bestimmten Alter beziehungsweise bis zur Vollendung einer Schullaufbahn an. Spätestens endet die Schulpflicht mit der Volljährigkeit. Vollzeitschulpflicht erstreckt sich auf neun oder zehn Schulbesuchsjahre. 

Was bedeutet Schulpflicht konkret?

Die Schulpflicht beinhaltet die folgenden drei Aufgaben: 
  1. Schulanmeldungspflicht: Eltern sind verpflichtet, ihre minderjährigen Kinder an einer Schule ihrer Wahl anzumelden. 
  2. Pflicht zur Wahl einer zur Auswahl zugelassenen Schule: Das Kind muss in einer deutschen öffentlichen Schule oder Privatschule angemeldet sein.
  3. Teilnahmepflicht: Kinder sind verpflichtet, regelmäßig und aktiv am stattfindenden Unterricht teilzunehmen und Schulveranstaltungen zu besuchen.  
Kommen die Erziehungsberechtigten ihrer Pflicht nicht nach, dann stellt dies eine Ordnungswidrigkeit dar, die einen Bußgeldbescheid zur Folge haben kann. In Härtefällen können Schüler auch zwangsweise zur Schule gebracht werden, wenn zuvor alle anderen Versuche erfolglos blieben (Schulzwang). Das heißt also, wenn man seine Kinder in Deutschland nicht zur Schule schickt, muss man Strafe bezahlen oder kann sogar dazu gezwungen werden.


SCHULSYSTEM

Los geht's nach dem Kindergarten

Nach dem Kindergarten kommen die Kinder normalerweise in die Grundschule,in der sie die ersten Schritte ihrer Schullaufbahn gehen. Zum Zeitpunkt der Einschulung sind die meisten Kinder zwischen 5 und 7 Jahren alt. Die Grundschule umfasst die ersten 4 Jahre der Schulausbildung also Klasse 1-4. Um deinen Kindern einen möglichst guten Start in eine deutsche Schule zu ermöglichen, ist es wichtig, dass ihr so viel wie möglich Deutsch übt - am meisten Spaß macht das natürlich mit anderen Kindern! Vorbereitung auf die Grundschule bietet auch der Kindergarten und die Vorschule für Kinder unter 6 Jahren.

Welche Möglichkeiten gibt es nach der Grundschule?

Nach der Grundschule - dem sogenannten Primärbereich - kommt der Sekundarbereich 1, der die Schulstufen der mittleren Bildung umfasst. Das entspricht in etwa der 5.-10. Klasse. Dieser Abschnitt endet mit dem Hauptschulabschluss oder der mittleren Reife. In Deutschland gibt es nach der Grundschule verschiedene weiterführenden Schultypen Hauptschule, Realschule, Gesamtschule und Gymnasium. 

  • Hauptschulen sollen auf eine Berufsausbildung vorbereiten und sind so deutlich praxis- und methodenorientierter als andere Sekundarschulen. Sie endet mit dem Hauptschulabschluss nach der 9.Klasse.
  • Realschulen sind zwar einerseits stark berufsorientiert, lassen andererseits aber den Weg zum Hochschulstudium offenDieser Abschluss öffnet den Zugang zu vielen Ausbildungsberufen, aber auch zu Fachoberschulen (Fachabitur) sowie zu Beruflichen und Fachgymnasien, in denen die allgemeine Hochschulreife erworben werden kann. Mit einem Realschulabschluss kann man also sowohl eine Ausbildung machen, als auch weiter zur Schule gehen, um zu studieren.
  • Gymnasien werden Schulen genannt, die zur allgemeinen Hochschulreife führen, man kann dort also Abitur machen. Sie umfassen Sekundarstufe 1 und 2. Das Gymnasium hat die Aufgabe, eine vertiefte allgemeine Bildung zu vermitteln und ein grundlegender Bestandteil des Gymnasiums ist das Erlernen von zwei Fremdsprachen. Das Gymnasium ermöglicht den direkten Zugang zu allen Arten von Berufsausbildungen, Fachhochschul- oder Hochschulstudien.

In Richtung Studium oder Beruf: Der Sekundarbereich 2

Der Sekundarbereich 2 bezeichnet die sogenannte Oberstufe. Zu ihr gehört das Berufsbildungssystem, bestehend aus dem dualen System von Berufsausbildung und Berufsschule, das Berufsvorbereitungsjahr, Berufsfachschule, Fachoberschule und die gymnasiale Oberstufe. Wer zum Beispiel aufs Gymnasium geht, schließt den Sekundarbereich 2 mit dem Abitur ab, und kann sich dann für ein Uni-Studium anmelden beziehungsweise bewerben.

Nach der Schule: Der tertiäre Bereich

Der tertiäre Bereich besteht aus Hochschulen, die im Wesentlichen mit der Forschung, also dem Schaffen von neuem Wissen, der Lehre, also der Vermittlung von Wissen beauftragt sind. Außerdem kann man hier natürlich mit den entsprechenden Leistungen akademische Abschlüsse erwerben. Aber es muss nicht automatisch eine Universität sein: Zum tertiären Bereich zählen in Deutschland außerdem Berufsakademien und Fachschulebzw. Fachakademien, die außerhalb des Hochschulbereichs liegen. Bei den Berufsakademien findet die Hälfte der Studienzeit in Unternehmen statt. An der Fachschule können spezielle Fortbildungen, die etwa zum Techniker oder Meister führen, besucht werden.


NOCH FRAGEN?

Wenn ihr euch noch unsicher seid, ob und wie ihr eure Kinder in die Schule schicken könnt, dann ist auch das folgende Video hilfreich. Henry, ein Journalist aus Bayern, gibt euch erste Hinweise. Natürlich könnt ihr euch auch an eure Kontaktpersonen in Schönaich wenden. Fragt einfach vor Ort bei der Gemeinde oder beim Arbeitskreis Flüchtlinge nach, dort bekommt ihr konkrete Antworten!
Vor Kosten braucht ihr bei öffentlichen Schulen in Deutschland keine Angst haben. In Deutschland ist der Besuch einer staatlichen Schule kostenfrei. Sollten für Aktivitäten oder Schulausflüge doch Kosten anfallen, gibt es auch in diesem Fall Unterstützung. Henry erklärt das in seinem folgenden Video. 

ÜBERSICHT: Grundstruktur des Bildungswesens

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